Unsere Heimat

Zwickau und der Schwan

Befasst man sich mit der Stadtgeschichte von Zwickau, stößt man immer wieder auf den Schwan. Drei Schwäne zieren das Stadtwappen von Zwickau, die auch die Schwanenstadt genannt wird. Er begegnet einem ebenso in Gestalt der Cygnea-Legende, als Schwanenteich, als Name eines Gasthofs oder als sogenannter Geschoss-Schwan.

Foto: Schwanenteich heute

Drei Schwäne im Stadtwappen:

Vor sehr langer Zeit gab es an der Stelle des heutigen Schwanenteichs bereits einen kleinen See. An dessen Ufer lebte ein alter, vom königlichen Hofe verbannter Ritter namens Benno. Dieser erzählte seinem jungen Freund Friedbert auf dem Sterbebett die Geschichte seiner großen Liebe. Benno hatte in seiner Jugend an einigen Feldzügen teilgenommen und vor der griechischen Insel Naxos Schiffbruch erlitten. Am Hofe des Fürsten Zeno von Naxos verliebte er sich in dessen Tochter Zoe. Die Prinzessin war jedoch kein gewöhnliches Mädchen. Sie entstammte einem alten Feengeschlecht. Gemeinsam mit ihren Freundinnen verwandelte sie sich in einen Schwan und badete in wundersamen Gewässern um sich ihre Schönheit für ewig zu bewahren. Eines dieser Gewässer befinde sich am Fuße des Erzgebirges, wurde Benno zugetragen. Als er sich später in seinem Heim am Schwanenteich niederließ, konnte Benno tatsächlich eines Tages drei Schwäne bei der Landung im Schilf beobachten. Die Schwäne transformierten sich zu bezaubernden Jungfrauen und begaben sich gleich darauf zum Baden in den See. Als Benno seine geliebte Prinzessin erkannte, rief er sie beim Namen. Die Mädchen aber erschraken und flogen gleich darauf als Schwäne davon. Übrig blieb ihm nur ein in der Eile verlorener Rubinring. Seine Angebetete jedoch sah er nie wieder. Friedbert vergaß Bennos Geschichte nicht und entdeckte nach einer Weile tatsächlich drei hübsche, junge Mädchen beim Planschen im Teich. Die Mädchen hatten ihre weißen Schleier am Ufer abgelegt und Friedbert stahl sich einen davon. Er gehörte Kalliste, der Tochter der schönen Prinzessin Zoe. Ihres Schleiers beraubt, war es ihr nicht möglich zurück nach Griechenland zu fliegen. Jedoch verliebte sie sich bald darauf unsterblich in Friedbert und willigte in eine Heirat mit ihm ein. Friedbert stellte seine Braut seinen Eltern im Schwäbischen vor, war jedoch so unvorsichtig den Schleier ebenfalls mit auf die Reise zu nehmen. Kalliste erblickte den Schleier in den Händen ihrer zukünftigen Schwiegermutter und ein unsichtbarer Zauber zwang sie, den Schleier überzuwerfen. Erneut zum Schwan verwandelt, war sie nun gezwungen, zurück in ihre Heimat Naxos zu fliegen. Friedbert jedoch wollte nicht von seiner Liebsten lassen und begab sich ebenfalls auf die lange Reise nach Griechenland. Am Hofe übergab er Zoe den Rubinring, welchen er von Benno vor dessen Tode erhalten hatte und nun konnte endlich Hochzeit gehalten werden und Zwickau hat seine drei Schwäne im Wappen davon behalten.

(Quelle: http://www.welt-der-legenden.de/die-drei-schwane-im-zwickauer-stadtwappen/

Schwanenteichpark:

Inmitten des Zentrums von Zwickau liegt eingebettet die Parkanlage mit dem Schwanenteich. Der Park am Schwanenteich ist die älteste gartengestalterische Anlage Zwickaus. Der Grundstein für die ursprünglich aus fünf Teichen bestehende Anlage wurde 1473 auf Initiative zweier Ratsherren und Bergwerksunternehmer gelegt. Nach Emil Herzog wurde der Teich als sogenannter großer Teich ,mit 16 Hektar, bis 1477 angelegt. Mit dem Wachsen der Stadt im Zuge der Industrialisierung entwickelte sich das Gebiet um den großen Teich zum Ausflugsziel der Zwickauer. 1836 wurde auf der Westseite das Schwanenschloss errichtet (Anfang der 1990er Jahre abgerissen). Die Pläne für die Gestaltung des Parks mit dem Großen Teich als Mittelpunkt wurden Mitte des 19. Jh.s durch den bedeutenden Landschaftsarchitekten Carl Eduard A. Petzold geschaffen. In seiner ursprünglichen Form und Nutzung ist der Schwanenteichpark beispielhaft für die Gartenkunst des 19. Jh.s und vereint in sich alle Merkmale eines Stadtparks seiner Entstehungszeit. Die seit 1850 auf dem Teich beheimateten Schwäne prägten schließlich den heutigen Namen der Parkanlage. In den 1950er Jahren erhielt die Anlage ihren heutigen Volksparkcharakter. Vielfältige Möglichkeiten für Sport und Spiel bieten die weiten Wiesenflächen und die Gondelstation. Das umfangreiche Wegenetz ermöglicht schöne Spaziergänge über die Wasserfläche des Schwanenteichs und die abwechslungsreichen Parkräume.

Der Geschoss-Schwan

Messingschwäne dienten als sogenannte Geschosszeichen. Als Geschoss wurde die Grundsteuer bezeichnet, die alljährlich zu Walpurgis (1. Mai) und Michaelis (29. September) fällig war. Aus dem 16. Jahrhundert ist überliefert, dass der Rat Bürgern, die mit dieser Steuer in Verzug waren, den Geschoss-Schwan schickte. Anhand der Geschossbücher im Stadtarchiv lassen sich die Säumigen noch heute nachweisen. Ihnen wurden die Geschoss-Schwäne an die Haustür genagelt, so dass jeder erkannte, wer mit seiner Steuer in Verzug war. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verfuhr man etwas diskreter. Die Geschoss-Zeichen wurden ins Haus geschickt. Wer nicht unverzüglich zahlte und den Schwan über Nacht behielt, hatte mit einem Bußgeld zu rechnen. Die Bußgelder fußten auf Ratsbeschlüssen. So beschloss der Zwickauer Rat am Mittwoch Lucie 1553 (13. Dezember 1553) ein Bußgeld in Höhe von 5 Groschen. Einen Monat später wurde der Beschluss bekräftigt.

Der Gasthof „Drei Schwanen"

Seit dem Mittelalter existierte in Zwickau der Gasthof „Drei Schwanen" oder „Zu den drei Schwanen". Er galt als der erste Gasthof der Stadt und befand sich am Markt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus. Er führte das Stadtwappen als sein Zeichen. Nach dem Chronisten Emil Herzog war er vor dem Dreißigjährigen Krieg der vornehmste Gasthof Zwickaus. Hier stieg 1546 Kurfürst Moritz ab. 1632 logierte Wallenstein in den „Drei Schwanen", als er vom 14. bis 16. Oktober mit seinem Heer Rast in Zwickau machte. Der altehrwürdige Gasthof sah nicht nur vornehme und berühmte Gäste - in seinen Räumen spielte sich auch ganz normales Wirtshausleben ab. Der Gasthof existierte bis Ende der 1830er Jahre. 1839 wurde das Gebäude neu aufgebaut und die Restauration (Gaststätte) „Zum Schwan" verpachtet. Sie existierte bis Ende der 1860er Jahre.  

(Quelle: Vgl.: www.zwickau.de)